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Namensführung in der Ehe

Foto von Eheringen

Eheschließung, © picture alliance / ZB

19.01.2018 - Artikel

Einleitung

Sie haben außerhalb Deutschlands geheiratet oder bei der Eheschließung in Deutschland vor dem deutschen Standesamt keinen gemeinsamen Familiennamen (Ehenamen) gewählt? Dann müssen Sie und Ihr Ehepartner gemeinsam in der Botschaft eine Namenserklärung abgeben, bevor ein Reisepass auf Ihren neuen Familiennamen ausgestellt werden kann.

Rechtliche Erläuterungen

Das deutsche Zivilrecht sieht vor, dass der Name einer Person nach dem Recht bestimmt wird, dessen Staatsangehörigkeit diese Person besitzt. Bei Doppelstaatern geht die deutsche Staatsangehörigkeit vor. Daher müssen Sie, wenn Sie Ihren Namen aufgrund einer Eheschließung geändert haben, eine Namenserklärung vor einem deutschen Standesamt oder in der Botschaft abgeben, damit Sie auch nach deutschem Recht diesen Namen führen dürfen. Die Eintragungen einer nicht-deutschen Stelle (z.B. in Ihrer Heiratsurkunde) sind dabei unerheblich, da sie für den deutschen Rechtsbereich im Regelfall keine Änderung des Namens bewirken. Eine Namenserklärung wird daher vor allem dann notwendig, wenn Sie Ihren in Norwegen im Alltagsgebrauch zumeist bereits verwendeten Namen auch in einem deutschen Reisepass eingetragen haben möchten.

Auswahlmöglichkeiten

Für die Änderung Ihres Namens aufgrund einer Eheschließung können Sie mit Ihrem Ehepartner einen gemeinsamen Familiennamen nach deutschem Recht oder nach dem Recht wählen, dessen Staatsangehörigkeit Ihr Ehepartner hat, sofern dieses Recht eine Namenswahl aufgrund Eheschließung vorsieht.

Nach deutschem Recht haben Sie folgende Auswahlmöglichkeiten bei der Bildung eines gemeinsamen Familiennamens:

1. Beide Partner können Ihren bei der Eheschließung geführten Namen behalten. Dies führt dazu, dass für Kinder, die aus dieser Ehe hervorgehen, eine Namenserklärung nach deutschem Recht erfolgen muss, sobald ein deutsches Personenstandspapier (z.B. Reisepass) ausgestellt werden soll.

2. Die Ehepartner wählen den Namen, den einer der Partner zum Zeitpunkt der Eheschließung führt, als gemeinsamen Familiennamen. Kinder, die aus dieser Ehe hervorgehen erhalten, dann automatisch den Familiennamen.

2a. Der (deutsche) Partner, dessen Name nicht Familienname geworden ist, kann seinen bei der Eheschließung geführten Namen dem Familiennamen mit Bindestrich voranstellen oder anfügen. Dieser „unechte Doppelname“ kann nicht an die Kinder, die aus dieser Ehe hervorgehen, weitergegeben werden.

Besonderheiten des norwegischen Rechts

Das norwegische Recht kennt nur die öffentlich-rechtliche Namensänderung, nicht jedoch die Namenswahl aufgrund einer Eheschließung. Daher kann bei deutsch-norwegischen Ehen das norwegische Recht zur Bildung des Familiennamens nicht gewählt werden.

Den in Norwegen häufig gebräuchlichen Mittelnamen (/Mellomnavn/) gibt es in Deutschland nicht. Auch in Norwegen gilt der Mittelname nicht als Familienname, sondern als eigener Namensbestandteil, der unabhängig vom Vor- und Familiennamen geführt werden kann. Daher kann ein solcher Mittelname für den deutschen Rechtsbereich nicht als Familienname gewählt werden. Sofern sich dadurch zwischen dem in Ihrem deutschen Reisepass eingetragenen Namen und Ihrem in Norwegen geführten Namen ein Unterschied ergibt, hat dies für das deutsche Namensrecht keine Auswirkungen.

Unterlagen

Sie können die Namenserklärung gemeinsam mit Ihrem Ehepartner in der Botschaft oder bei einem unserer Honorarkonsuln abgeben. Folgende Dokumente müssen Sie dabei im Original vorlegen:

  • Gültige Reisepässe
  • Geburtsurkunden von beiden Eheleuten
  • Heiratsurkunde
  • Sofern vorhanden, Geburtsurkunden von Ihren gemeinsamen Kindern
  • Sofern vorhanden, Scheidungsurkunde und gegebenenfalls Nachweis der Anerkennung in Deutschland
  • Meldebescheinigung (Abmeldebescheinigung) aus Deutschland
    Informationen zum Melderecht
  • "Utskrift av opplysninger registrert i det sentrale Folkeregisteret", eine Meldebescheinigung von Folkeregisteret auf dem die Staatsangehörigkeit registriert ist. Anleitung zur Bestellung der Utskrift
  • Ein vollständig und sorgfältig ausgefülltes Antragsformular, s. Downloads
  • Die Gebühr, bezahlbar per Karte in EUR oder bar in NOK. Gebühren


Terminvergabe

Um lange Wartezeiten bei der Abgabe Ihrer Namenserklärung zu vermeiden, vereinbaren Sie bitte einen Termin erst wenn Ihnen die o.a. Dokumente vollständig vorliegen. Leben Sie nicht im Einzugsbereich der Botschaft setzen Sie sich bitte mit einem unserer Honorarkonsuln in Verbindung.

Bitte klicken Sie hier um Informationen über unser Terminvergabesystem zu erhalten und um einen Termin zu buchen.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass Ihre Namenserklärung u.U. nicht bearbeitet werden kann, sofern die oben genannten Unterlagen unvollständig sind. Sie müssen daher davon ausgehen, dass bei unvollständigen Unterlagen eine erneute Vorsprache mit vorheriger Terminvereinbarung nötig ist. Die Botschaft behält sich vor bei Bedarf in Einzelfällen zusätzliche Dokumente anzufordern.

Namenserklärung u. Passantrag

Die Namenserklärung wird erst mit ihrem Zugang bei dem für Sie zuständigen Standesamt in Deutschland wirksam. Erst danach kann Ihnen ein Reisepass auf Ihren neuen Familiennamen ausgestellt werden. Sie können jedoch bereits im Zusammenhang mit der Abgabe Ihrer Namenserklärung einen Reisepass auf Ihren neuen Familiennamen beantragen. Bitte beachten Sie dazu die Hinweise zur Beantragung eines Reisepasses auf unserer Webseite. Für die Abgabe einer Namenserklärung und die Beantragung eines neuen Reisepasses müssen Sie über unser elektronisches Terminvergabesystem in der jeweiligen Kategorie je einen Termin buchen. Sie benötigen somit zwei Termine. Damit Sie die Botschaft nur einmal besuchen müssen, können Sie die Termine jedoch für den selben Tag buchen. Unser elektronisches Terminvergabesystem bietet Ihnen dazu in jeder Kategorie eine Übersicht unter dem Stichwort "Monatsansicht".

Allgemeine Informationen

Ein neuer Reisepass oder Personalausweis kann grundsätzlich erst dann ausgestellt werden, wenn die Namenserklärung von dem zuständigen deutschen Standesamt bearbeitet und über sie entschieden wurde. Mit einer Bearbeitungszeit von mind. 3 Monaten ist zu rechnen. In diesem Zeitraum können und müssen Sie den bisherigen Reisepass weiter benutzen.

Bitte berücksichtigen Sie, dass sämtlichen Dokumenten, die nicht in deutscher Sprache (oder im internationalen Format) abgefasst sind, eine von einem vereidigten Übersetzer angefertigte Übersetzung beigefügt sein muss.

Namenserklärungen werden ab 01. Januar 2018 beim Standesamt des letzten Wohnortes in Deutschland bearbeitet. Die deutsche Botschaft kann nicht gewährleisten, dass englische Übersetzungen von allen Behörden in Deutschland anerkannt werden. Erfahrungsgemäß werden aber englische Übersetzungen von vielen Standesämtern akzeptiert, aber nicht immer. Erkundigen Sie sich bitte im Zweifelsfall bei Ihrem Standesamt in Deutschland.

Sämtliche Urkunden, die nicht von einer deutschen oder norwegischen Behörde oder in einem CIEC-Mitgliedstaat ausgestellt wurden, müssen mit einer Apostille oder einer Legalisation der zuständigen Behörde versehen sein.

Sofern Sie Urkunden und Registerauszüge aus Deutschland benötigen, wenden Sie sich bitte direkt an die Behörde, die das Dokument ursprünglich ausgestellt hat. Viele Unterlagen können Online nach Norwegen bestellt werden. Die Botschaft kann für Sie keine Dokumente bestellen.

Zur Beantragung norwegischer Urkunden und Registerauszügen können Sie sich über folgenden Link an die zuständigen norwegischen Behörden wenden: www.skatteetaten.no

Die Gebühren für die Namenserklärung kann bar in NOK oder per Visa- oder MasterCard in EUR bezahlt werden.

Gebühren

Die Botschaft weist vorsorglich darauf hin, dass die Gebühren bei unseren Honorarkonsuln höher sein können.

Ja, wir benötigen die Abmeldebescheinigung, auch wenn Sie seit beträchtlicher Zeit außerhalb Deutschlands wohnen. Die Abmeldebescheinigung kann von Ihrem letzten Meldeamt in Deutschland bestellt werden.

Wenn Sie im Ausland geboren sind und noch nie in Deutschland gelebt haben, müssen Sie keine Abmeldebescheinigung mitbringen.

Melderecht




Downloads

Füllen Sie bitte diese Zusatzerklärung aus, wenn Sie in Deutschland gemeldet sind.

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