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Namensführung eines Kindes

Foto eines lachenden Babys

Foto eines lachenden Babys, © www.colourbox.com

23.11.2022 - Artikel

Einleitung

Der folgende Beitrag soll Ihnen einen Überblick geben, welchen Familiennamen Ihr Kind im deutschen Rechtsbereich derzeit führt und ob es Möglichkeiten gibt, diesen Namen zu ändern. 

Grundsätzlich gilt, dass auf die Namensführung eines Kindes, welches (unter anderem) die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, automatisch deutsches Namensrecht Anwendung findet.

Dies kann bei Kindern mit zwei oder mehr Staatsangehörigkeiten oder Kindern, die im Ausland leben, dazu führen, dass das Kind aus Sicht der jeweils beteiligten Rechtsordnungen unterschiedliche Namen führt. Diese sogenannte „hinkende Namensführung“ ist rechtlich unproblematisch, aber häufig unpraktisch und von den Eltern nicht gewünscht.

Mit einer Namenserklärung oder einer Rechtswahl kann in manchen Fällen eine Angleichung erreicht werden. Dies ist jedoch nicht immer der Fall.

Welchen Namen führt mein Kind nach deutschem Recht?

Im deutschen Recht hängt die Namensführung eines Kindes davon ab, ob seine Eltern im Zeitpunkt der Geburt miteinander verheiratet waren oder nicht und wer das Sorgerecht im Zeitpunkt der Geburt hatte.

tragen im Zeitpunkt der Geburt nach deutschem Namensrecht grundsätzlich entweder

  • den gemeinsamen Ehenamen der Eltern (nach deutschem Recht) oder
  • noch gar keinen Namen (wenn die Eltern keinen gemeinsamen Ehenamen führen).

tragen im Zeitpunkt der Geburt grundsätzlich entweder

  • noch gar keinen Namen (bei gemeinsamer elterlicher Sorge zum Zeitpunkt der Geburt) oder
  • den Namen der Mutter (bei alleiniger elterlicher Sorge der Mutter).

Hinweis: Ist die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt deutsche Staatsangehörige und allein sorgeberechtigt, unterliegt das Kind bei Geburt deutschem Namensrecht und es erhält automatisch ihren Namen. Nach Begründung der gemeinsamen Sorge mit dem Kindesvater kann der Name auf Wunsch neu bestimmt werden.

Ist hingegen nur der Vater deutsch und wird die Vaterschaftsanerkennung erst nach der Geburt des Kindes wirksam, muss geprüft werden, ob das Kind nach dem Recht seiner bei Geburt bereits bestehenden Staatsangehörigkeit (in der Regel Heimatrecht der Mutter) kraft Gesetzes einen Geburtsnamen erhalten hat oder nicht. Hat das Heimatrecht einen Namen zugewiesen, so gilt dieser nach Vaterschaftsanerkennung durch den deutschen Vater auch für den deutschen Rechtsbereich, kann aber auf Wunsch neu bestimmt werden. Hat das Heimatrecht dem Kind einer bei Geburt allein sorgeberechtigten Mutter bei Geburt keinen Namen zugewiesen (z.B. in Norwegen der Fall), führt das Kind auch aus deutscher Sicht bis zu einer Namenserklärung keinen Namen. 

Trägt das Kind gemäß dieser Vorgaben noch keinen Familiennamen oder soll das Kind den Namen des anderen Elternteils führen, kann ein deutscher Reisepass erst nach wirksamer Abgabe einer Namenserklärung ausgestellt werden.

Bevor das Kind nicht-verheirateter Eltern den Namen des Vaters erhalten kann, muss dessen Vaterschaft im rechtlichen Sinne festgestellt sein. Dies geschieht in Norwegen durch die Vaterschaftsanerkennung „Erklæring om farskap“.

Achtung: in gewissen Fallkonstellationen kann es erforderlich sein, dass die Mutter des Kindes der Anerkennungserklärung des Vaters nachweislich zustimmen muss. Lesen Sie bitte unter Vaterschaftsanerkennung und Zustimmungserklärung der Mutter, in welchen Fällen eine Zustimmungserklärung der Mutter nachgeholt werden muss.

Welchen Namen kann mein Kind erhalten?

Welche Familiennamen sind nach deutschem Recht möglich?

Im deutschen Recht kann nur der zum Zeitpunkt der Namenserklärung geführte Name eines Elternteils zum Geburtsnamen des Kindes bestimmt werden. Ein aus den derzeit geführten Namen der beiden Elternteile zusammengesetzter Doppelname kann nicht gewählt werden.

Kann eine andere Rechtsordnung für die Namensführung gewählt werden?

Bei Kindern aus gemischt-nationalen Beziehungen kann der bzw. können die Sorgeberechtigte(n) bestimmen, dass das Kind den Familiennamen nach dem Recht eines Staates, dem ein Elternteil angehört, erhalten soll. Dies geschieht durch eine Rechtswahl- und Namenserklärung. Durch die Wahl ausländischen Rechts kann auch ein deutsches Kind im Einzelfall einen Geburtsnamen erhalten, der nach den deutschen Sachvorschriften nicht vorgesehen ist (z.B. einen Doppelnamen).

Wichtig: Norwegisches Recht sowie einige andere Rechtsordnungen (z.B. englisches oder dänisches Recht), die sog. Phantasienamen, d.h. Namen ohne familiären Bezug, erlauben, können aktuell nicht gewählt werden, selbst wenn im konkreten Fall gar kein Phantasiename gewünscht ist. Dies beruht auf zwei Grundsatzentscheidungen des Bundesgerichtshofs. Eine Rechtswahl ist bei deutsch-norwegischen Eltern also keine Option; die Namensführung ihrer Kinder kann nicht norwegischem Recht unterstellt werden. Eine Rechtswahl kommt nur bei Vorliegen weiterer Staatsangehörigkeiten der Eltern in Betracht.

Bei einer Rechtswahl in ein fremdes Recht ist nachzuweisen, welchen Namen das Kind dort führt (z.B. durch Eintragung im Ausweis oder Geburtsurkunde aus diesem Staat). Die Rechtswahl entfaltet keine Bindungswirkung für Geschwisterkinder, müsste also bei weiteren Kindern jeweils auch für diese abgegeben werden.

Haben beide Eltern nur die deutsche Staatsangehörigkeit, kann keine andere Rechtsordnung (z.B. die des Aufenthaltsstaates) gewählt werden. Für das Kind kommt nur deutsches Namensrecht zur Anwendung. 

Norwegischer Mittelname

Der dem norwegischen Recht geläufige Mittelname ist dem deutschen Namensrecht nicht bekannt. Er entspricht weder dem deutschen Vornamen, noch dem deutschen Nachnamen. Auch im norwegischen Recht ist er ein eigenständiger Namensbestandteil, der weder dem Vor- noch dem Nachnamen gleichzusetzen ist. Dementsprechend kann er im Rahmen des deutschen Rechts nicht als Nachname gewählt werden.

Ein Mittelname wird im norwegischen Pass in die Vornamenszeile eingetragen. Die Eintragung eines Mittelnamens als zweiter Vorname in einen deutschen Pass oder Personalausweis ist nach derzeitiger Rechtslage möglich, wenn er sich aus der norwegischen Geburtsurkunde ergibt und die Geburt noch nicht in Deutschland im Geburtenregister (ohne diesen Namen) nachbeurkundet wurde.

Bitte beachten Sie, dass ein norwegischer Mittelname, der in deutschen Pässen und Geburtenregistern als Vorname geführt wird, nicht einfach wieder durch Erklärung abgelegt oder ausgetauscht werden kann. Er kann im Einzelfall nur über eine öffentlich-rechtliche Namensänderung geändert werden. Das bedeutet in der Praxis, dass Ihr Kind seinen „Mittelnamen“ in Zukunft nur schwer wird ändern können.

Verfahren zur Abgabe einer Namenserklärung

Wie bestimme oder ändere ich den Nachnamen meines Kindes für den deutschen Rechtsbereich?

Wenn Sie den Nachnamen Ihres Kindes für den deutschen Rechtsbereich bestimmen oder ändern möchten, müssen Sie bei der Botschaft eine Namenserklärung abgeben oder die Beurkundung der Geburt in einem deutschen Geburtenregister beantragen.

Bevor Sie einen Termin für die Beantragung eines deutschen Passes für Ihr Kind buchen, lesen und beachten Sie bitte unbedingt unsere Hinweise zum Verfahren für Namenserklärungen (u.a. notwendige Unterlagen, Terminvereinbarung).

Downloads

Füllen Sie bitte diese Zusatzerklärung aus, wenn Sie in Deutschland gemeldet sind.

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