Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Staatsangehörigkeit

Staatsangehörigkeitsausweis

Staatsangehörigkeitsausweis, © Ute Grabowsky / photothek.net

09.10.2020 - Artikel

Informationen zu Staatsangehörigkeit – Erwerb, Entlassung und vieles Mehr.

Aktuelles

Durch den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 20.05.2020 – 2 BvR 2628/18 – wurde der Kreis der Anspruchsberechtigten aus Artikel 116 Absatz 2 Satz 1 Grundgesetz (GG) ausgeweitet.

 

Als Abkömmlinge im staatsangehörigkeitsrechtlichen Sinne zählen ab sofort auch

  • vor dem 01.04.1953 geborene eheliche Kinder zwangsausgebürgerter deutscher Mütter und ausländischer Väter
  • vor dem 01.07.1993 geborene nichteheliche Kinder zwangsausgebürgerter deutscher Väter und ausländischer Mütter

Ein Rückgriff auf die bestehenden Einbürgerungsmöglichkeiten nach § 14 Staatsangehörigkeitsgesetz in Verbindung mit den Erlassen des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat vom 28.03.2012 und 30.08.2019 ist damit nicht mehr erforderlich.

Hiervon Betroffene, deren Einbürgerungsantrag nach Artikel 116 Absatz 2 Satz 1 GG nach der bisher geltenden Rechtsprechung in der Vergangenheit abgelehnt wurde, können sich jederzeit an die Auslandsvertretung wenden.


Bitte beachten Sie, dass für alle Deutschen mit Wohnsitz im Ausland das Bundesverwaltungsamt Köln die zuständige Staatsangehörigkeitsbehörde ist. Allein diese Behörde kann Entscheidungen zur deutschen Staatsangehörigkeit treffen. Bundesverwaltungsamt

Für Fragen zu der norwegischen Staatsangehörigkeit ist das norwegische Ausländerdirektorat (norw. Utlendingsdirektoratet – UDI) zuständig. UDI

Deutsches Staatsangehörigkeitsrecht

Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht basiert grundsätzlich auf dem sogenannten Abstammungsprinzip. Dies bedeutet, dass die deutsche Staatsangehörigkeit im Regelfall nicht aufgrund der Geburt in Deutschland, sondern aufgrund der der Abstammung von einem deutschen Elternteil erworben wird.

Erst seit dem 01.01.2000 erwerben auch Kinder, die in Deutschland geboren wurden und kein deutsches Elternteil haben, die deutsche Staatsangehörigkeit wenn  zum Zeitpunkt der Geburt ein Elternteil seit mindestens 8 Jahren rechtmäßig in Deutschland lebt und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht hat.

Geburt in Norwegen

Grundsätzlich erhält Ihr Kind die deutsche Staatsangehörigkeit automatisch, wenn Mutter und/ oder Vater die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Ein Antrag muss hierfür nicht gestellt werden. Sie können für Ihr Kind direkt einen deutschen Kinderreisepass beantragen.

Folgende Ausnahme ist jedoch zu beachten:

Nichterwerb der deutschen Staatsangehörigkeit für im Ausland geborene Kinder deutscher Eltern (§ 4 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. Satz 3 Staatsangehörigkeitsgesetz)

Bei Geburt im Ausland erwerben Kinder, deren deutsche Eltern oder deutscher Elternteil nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurde(n) und zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes ihren / seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben / hat, nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sie durch Geburt eine ausländische Staatsangehörigkeit erwerben.

Nur wenn die Eltern innerhalb eines Jahres nach der Geburt des Kindes beim zuständigen Standesamt in Deutschland oder bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung einen Antrag auf Beurkundung der Geburt des Kindes im Geburtenregister stellen, erwirbt das Kind rückwirkend zum Zeitpunkt seiner Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit.

Beispielfall:

Herr A wird von seiner Firma im Jahr 1999 nach Spanien versetzt. Dort kommt am 01.02.2000 seine Tochter Klara auf die Welt. Die Familie kehrt nach einigen Jahren zurück nach Deutschland. Klara lernt im Jahr 2018 einen US-amerikanischen Staatsangehörigen kennen, mit dem sie in die USA zieht. Dort kommt am 01.01.2020 ihr Sohn zur Welt. Obwohl seine Mutter Deutsche ist, erwirbt er nicht durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, da er durch Geburt in den USA die US-amerikanische Staatsangehörigkeit erwirbt.

Damit das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, müssen Klara oder der Vater des Kindes beim zuständigen Standesamt in Deutschland oder der zuständigen deutschen Auslandsvertretung einen Antrag auf Beurkundung der Geburt ihres Kindes stellen. Wenn der Antrag fristgerecht und vollständig gestellt wird, kann dem Kind auf Antrag ein deutscher Pass ausgestellt werden.

Bitte beachten Sie: Von dieser Regelung können alle Deutschen (Expats und Auswanderer) betroffen sein, die selbst im Ausland geboren wurden und ein Kind im Ausland bekommen, unabhängig vom Grund und der Dauer ihres Auslandsaufenthaltes.

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt.

Entlassung aus der deutschen Staatsangehörigkeit

Manche Staaten verlangen vor der Einbürgerung einer Person die Aufgabe der früheren Staatsangehörigkeit. Die Entlassung aus der deutschen Staats­an­ge­hö­rig­keit ist auf Ihren Antrag möglich, wenn Sie eine ausländische Staatsangehörigkeit beantragt haben und Ihnen die Einbürgerung bereits zugesichert wurde. Sofern Sie nicht in Deutschland leben, entscheidet das Bundesverwaltungsamt über Ihren Antrag auf Entlassung aus der deutschen Staatsangehörigkeit. Sie verlieren die deutsche Staatsangehörigkeit mit dem Zeitpunkt der Aushändigung der Entlassungsurkunde.

Ausführliche Informationen zur Entlassung aus der deutschen Staatsangehörigkeit sowie Antragsformulare finden Sie daher auf der Webseite des Bundesverwaltungsamts. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Deutsche Botschaft keine Prognosen zur Dauer der Bearbeitung und zu den Chancen Ihres Antrags stellen kann.

Doppelte Staatsangehörigkeit

Siehe gesonderter Artikel „Doppelte Staatsangehörigkeit in Norwegen“


Weitere Informationen

Zwangsausgebürgerte Verfolgte des Nazi-Regimes und ihre Nachkommen können in Deutschland wieder eingebürgert werden. Durch einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts wurde der Kreis der Anspruchsberechtigten ausgeweitet.

Einbürgerung von NS-Verfolgten und ihren Abkömmlingen

nach oben